Wann habe ich mir zuletzt Zeit für ein gutes Buch genommen? Der perfekte Anlass, um mal wieder zu lesen, ist heute: Am Welttag des Buches. Ein Schriftsteller, dessen Leben und Werke mich sehr faszinieren, ist Kurt Tucholsky. Doch welche Verbindung existiert dabei zu Lotto?

Jedes Buch ist ein emotionales Erlebnis

Lesen ist die Grundlage für Bildung und ein Schlüssel zum Verstehen der Welt. Lesen gehört für mich zum Alltag. Es begleitet auch meine berufliche Tätigkeit, denn ich bewältige eine Flut von Informationen, korrespondiere umfangreich und verfolge aktuelle Themen über die verschiedensten Medien. Dabei steht dieses „Lesen“ nicht im Mittelpunkt meiner heutigen Betrachtungen, sondern der Lesegenuss eines guten Buches. Persönlich bedeutet mir Lesen besonders viel als Form der Entspannung und Freizeitbeschäftigung. Jedes Buch ist ein emotionales Erlebnis. Und hier hat mich ein bedeutender deutscher Schriftsteller stets beeindruckt, an den ich heute erinnern möchte: Kurt Tucholsky.

Inspiration pur

Vor allem seine lyrischen Werke haben es mir angetan. Das Gedicht „Das Ideal“ entstand vor 90 Jahren und liest sich, als sei es heute geschrieben worden. Der Mensch strebt nach absoluter Vollkommenheit und stellt sich sein Glück genauso vor. Großartig, wie Tucholsky die hohen Ansprüche an das Leben formuliert. Ein Ideal gibt es allerdings nicht: „Etwas ist immer.“ Tucholsky schreibt: „Wir möchten so viel: Haben. Sein. Und gelten. Dass einer alles hat: das ist selten.“

Mich regt es zum Nachdenken über das Streben nach mehr und mehr an. Besteht das Glück in der Perfektion der Dinge bzw. darin, alles zu besitzen? Wir träumen davon und dieser Traum vom Glück gehört zum Leben. Ein Grund für viele Menschen, Lotto zu spielen. Die Chance, sich mit kleinen oder großen Gewinnen einen Traum zu erfüllen, gibt es. Wenn der Zufall das Lottoglück nicht in einen persönlichen Gewinn geführt hat, bleibt der Beitrag zum Gemeinwohl. Von der Glücksspielabgabe an das Land Brandenburg werden jährlich unzählige im öffentlichen Interesse liegende Projekte gefördert. So auch das Kurt Tucholsky Literaturmuseum, das im vergangenen Jahr 9.200 € Unterstützung bekommen hat.

Lottomittel für das Kurt Tucholsky Literaturmuseum

Der bedeutendste Platz eines Schriftstellers ist im Museum ausgestellt: der Schreibtisch von Kurt Tucholsky.

Der bedeutende Platz des Schriftstellers ist im Museum ausgestellt: der Schreibtisch von Kurt Tucholsky.

Im Jahr 1912 schrieb Kurt Tucholsky „Rheinsberg. Ein Bilderbuch für Verliebte“. Darin schildert er den Ausflug eines Paares ins brandenburgische Landschaftsidyll. Das Buch machte die Stadt im Landkreis Ostprignitz-Ruppin schlagartig berühmt. Das war für Rheinsberg Grund genug, dem Schriftsteller ein Denkmal zu setzen. So erinnert das deutschlandweit erste und einzige Literaturmuseum mit 8.000 Exponaten an Kurt Tucholsky. Seine heitere Erzählung ist zeitlos – ein Museum aber braucht immer mal eine Auffrischung. Mit Hilfe der Lottogelder konnten in der Ausstellung Halogenspots durch energiesparende LED-Technik ersetzt werden. Darüber hinaus wurde Kommunikationstechnik ersetzt, so dass die wechselnden Ausstellungen zeitgenössischer Künstler und Veranstaltungen jetzt wieder bei bester Beleuchtung präsentiert werden können. Auch für Präsentationen gilt schließlich Tucholskys Kunstgesetz: „Wir wollen nicht gelangweilt werden!“ Für mich ist das eine schöne Anregung, das Literaturmuseum in Rheinsberg zu besuchen und noch mehr über diesen besonderen Schriftsteller und Publizisten zu erfahren.

 

Das Ideal – Kurt Tucholsky

Ja, das möchste:
Eine Villa im Grünen mit großer Terrasse,
vorn die Ostsee, hinten die Friedrichstraße;
mit schöner Aussicht, ländlich-mondän,
vom Badezimmer ist die Zugspitze zu sehn –
aber abends zum Kino hast dus nicht weit.

Das Ganze schlicht, voller Bescheidenheit:

Neun Zimmer – nein, doch lieber zehn!
Ein Dachgarten, wo die Eichen drauf stehn,
Radio, Zentralheizung, Vakuum,
eine Dienerschaft, gut gezogen und stumm,
eine süße Frau voller Rasse und Verve –
(und eine fürs Wochenend, zur Reserve) –
eine Bibliothek und drumherum
Einsamkeit und Hummelgesumm.

Im Stall: Zwei Ponies, vier Vollbluthengste,
acht Autos, Motorrad – alles lenkste
natürlich selber – das wär ja gelacht!
Und zwischendurch gehst du auf Hochwildjagd.

Ja, und das hab ich ganz vergessen:
Prima Küche – erstes Essen –
alte Weine aus schönem Pokal –
und egalweg bleibst du dünn wie ein Aal.
Und Geld. Und an Schmuck eine richtige Portion.
Und noch ne Million und noch ne Million.
Und Reisen. Und fröhliche Lebensbuntheit.
Und famose Kinder. Und ewige Gesundheit.

Ja, das möchste!

Aber, wie das so ist hienieden:
manchmal scheints so, als sei es beschieden
nur pöapö, das irdische Glück.
Immer fehlt dir irgendein Stück.
Hast du Geld, dann hast du nicht Käten;
hast du die Frau, dann fehln dir Moneten –
hast du die Geisha, dann stört dich der Fächer:
bald fehlt uns der Wein, bald fehlt uns der Becher.

Etwas ist immer.
Tröste dich.

Jedes Glück hat einen kleinen Stich.
Wir möchten so viel: Haben. Sein. Und gelten.
Daß einer alles hat:
das ist selten.

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Anja Bohms

Anja Bohms

Geschäftsführerin bei Lotto Brandenburg
Seit 15. September 2014 leite ich gemeinsam mit Dr. Horst Mentrup das Unternehmen. Ich bin unter anderem für das Geschäftsfeld Unternehmensstrategie und -kommunikation verantwortlich. Dabei treibe ich besonders die Ausrichtung des Unternehmens auf das digitale Zeitalter voran. Denn: Wer heute nicht online ist, existiert nicht.