Eine besondere Partnerschaft entstand 2020 zwischen Lotto Brandenburg und der Universität Potsdam. Mit dem Better World Award UP wurde ein neuer akademischer Preis ins Leben gerufen, der zukunftsweisende Ideen zur Verbesserung der Welt prämiert. Wir schauen zurück auf einen gelungenen Auftakt.

Junge Akademikerinnen und Akademiker weisen mit ihren Ideen oft in die Zukunft und diese Arbeit soll gewürdigt werden. Für diejenigen, welche mit ihren Master- und Doktorarbeiten an der Universität Potsdam entscheidende Beiträge zur Weiterentwicklung für die Gesellschaft leisten, soll der neue Better World Award UP deshalb Auszeichnung und Ansporn zugleich sein.

Notizen im Ideen-Profiler Workshop

Neue Ansätze

Der mit 3.333 € dotierte Preis wurde im Jahr 2020 erstmals ausgelobt und in einem innovativen Verfahren in enger Kooperation mit Lotto Brandenburg vergeben. Doch wir waren nicht nur als Sponsor beteiligt, sondern haben uns über unsere Schirmherrschaft auch in die Konzeption und Ausgestaltung mit eingebracht.

Unterstützt und begleitet vom Partnerkreis „Industrie und Wirtschaft“, Potsdam Transfer und dem Projekt „Innovative Hochschule Potsdam“ an der Universität Potsdam, konnten sechs Nominierte in einem Ideen-Profiler ihre Inhalte zunächst vorstellen. Anschließend wurde dort konkretisiert und es galt, neue Ansätze voneinander zu lernen. Der innovative Workshop kann außerdem als Bonus für alle Mitwirkenden bei der späteren Fortentwicklung von Ideen bis zur Umsetzung helfen.

Der Workshop „Ideen-Profiler“ versammelte die Nominierten in einem kreativen Umfeld.

Obwohl der Preis erstmalig ausgeschrieben wurde, gab es mit 16 Bewerbungen eine gute Startbilanz. Alle Einsendungen bestanden aus fachlich herausragenden Arbeiten in verschiedensten Themenbereichen. Die Bewertung übernahm eine sechsköpfige akademische Jury. Diese legte im ersten Schritt folgende Nominierungen fest:

Effektives Steuerrecht

Dr. Christoph Schmidt erlangte 2019 seinen Doktortitel, nachdem er seit 2017 an der juristischen Fakultät der Universität Potsdam BWL und Steuerrecht studierte. Seine Arbeit hat das Thema „Das modernisierte Besteuerungsverfahren in Deutschland im Vergleich zu Österreich – Die verfassungsgemäße Fortentwicklung von E-Government als Herausforderung und Chance für die deutsche Finanzverwaltung“. Darin diskutiert er konkrete Reformvorschläge zur Verbesserung eben dieses Verfahrens.

Deutschlands größtes und wohl auch erfolgreichstes Projekt in diesem Bereich ist das Steuer-Portal ELSTER, das eines der wenigen zentral aufgebauten und gesteuerten E-Government-Angebote darstellt. Schon heute ermöglicht es eine papierfreie Steuererklärung, doch es besteht weiterhin Verbesserungsbedarf.

Kulturwandel und Klimaschutz

Claudia van Leeuwen absolvierte 2020 ihr Masterstudium in angewandter
Kulturwissenschaft und -semiotik an der Universität Potsdam. Ihre Arbeit trägt den Titel „Kulturwandel als Antwort auf den Klimawandel: Zur Veränderlichkeit von Kultur und mentalen Infrastrukturen“. Darin begibt sie sich auf Spurensuche nach möglichen Bausteinen zum Kulturwandel hin zu mehr Klimaschutz.

Dabei beleuchtet sie insbesondere die kulturelle Dimension, die in der ökologischen Krise oftmals außer Acht gelassen wird. Sie hinterfragt unter anderem, warum trotz des wachsenden ökologischen Bewusstseins in Deutschland nicht nur die Reiseziele immer exotischer, sondern auch Autos und Wohnfläche immer größer werden.

Digitales Lernen

Sebastian Serths englischsprachige Masterarbeit „Individual Worksheets with Interactive Programming Exercises within the HPI Schul-Cloud“ zeigt Verbesserungsmöglichkeiten des schulischen Lernumfeldes auf. Hierbei steht der Einsatz von praxisnahen digitalen und multimedialen Lernressourcen im Fokus.

Die sechs Nominierten beim Ideen-Profiler mit Prof. Dr. Wagner von der Universitäts-gesellschaft Potsdam e. V. (3.v.r.) und Lotto-Geschäftsführerin Anja Bohms (ganz rechts).

Beispielsweise zeigt er auf, wie das Erlernen einer Programmiersprache im Informatik-Unterricht hilfreich sein kann, um interaktive Lerninhalte besser in den Schulalltag zu integrieren. Außerdem beschreibt die Arbeit aus technischer Perspektive die Voraussetzungen für fortschrittliche Veränderungen im Lernprozess. Besonders in Zeiten der Corona-Pandemie ist die Arbeit weiterhin hochaktuell und bietet wichtige Ansätze zur effektiven Fortsetzung des Unterrichts.

Interkulturelle Kompetenz

Nach ihrem Masterstudium Psychologie an der Jenaer Friedrich-Schiller-Universität erlangte Dr. Miriam Schwarzenthal 2019 ihren Doktortitel an der
Universität Potsdam. Ihre Arbeit „Intercultural Competence Among Adolescents Attending Culturally Diverse Schools in Germany“ untersucht, wie verschiedene kulturelle Gruppen in deutschen Schulen friedlich miteinander agieren können.

Dazu prüfte Frau Dr. Schwarzenthal ein selbstentwickeltes Messinstrument, welches speziell die interkulturelle Kompetenz von Jugendlichen in Einwanderungsgesellschaften erfasst. Ihre Ergebnisse zeigen weitreichende Konsequenzen für Schulen und Lehrkräfte auf und bieten eine neue Perspektive zu kulturell diversen Schulen.

Alternative Brennstoffzellen

Alyna Lange ist seit 2019 Doktorandin an der Universität Potsdam, nachdem sie dort auch ihr Bachelor- und Masterstudium der Chemie absolvierte. Sie erforscht Alternativen für Elektrolyt-Materialien in Brennstoffzellen und Batterien.

Brennstoffzellen stellen eine CO²-freie und damit umweltfreundlichere Methode der Energiegewinnung dar. Langes Masterarbeit thematisiert dazu die Nutzung von ionischen Flüssigkeiten als alternative Elektrolyt-Materialien. Auf Grundlage dieser Arbeit ist bereits ein erster Prototyp entwickelt worden, der den Grundstein für weitere Forschungen zur Verbesserung der Effektivität von Brennstoffzellen legt.

Afropolitismus in Europa

Dr. Anna von Rath absolvierte an der Universität Potsdam einen Bachelor in Anglistik/ Amerikanistik und Philosophie sowie das Masterstudium „Anglophone Modernities in Literature and Culture“. Im Jahr 2019 erlangte sie zudem ihren Doktortitel.

Ihre Arbeit mit dem Thema „Afropolitan Encounters – Literature and Activism in London and Berlin“ beschreibt die vielfältige afropolitische Praxis in London und Berlin. Hier bildet das in Deutschland noch relativ unbekannte Forschungsfeld Afropolitismus den Kern ihrer Forschung. Dabei zeigt die Arbeit auch unterschiedliche Strategien auf, um mit gesellschaftlicher Vielfalt positiv umzugehen und dies auf mikropolitischer Ebene.

Feierlichkeiten im kleinen Rahmen

Am 4. Dezember 2020 war es dann soweit. Mit einem Festakt im Hörsaal des Campus Griebnitzsee in Potsdam wurde der erste Better World Award UP verliehen. Daran konnten ausschließlich die Nominierten und wenige Vertreter auf Seiten der Veranstalter vor Ort teilnehmen, denn es galt, die strengen Hygienevorschriften einzuhalten. Doch auf interessierte Zuschauer und die Öffentlichkeit musste deshalb niemand verzichten, denn der Event wurde auch live als Video-Stream übertragen.

Vor dem Publikum im Saal und im Internet kürte schließlich Vizepräsident Prof. Dr. Florian Schweigert mit beredten Worten Dr. Anna von Rath zur ersten Preisträgerin des Better World Award UP. Die 32-jährige wurde mit der Auszeichnung für den gesellschaftlichen Mehrwert ihrer Doktorarbeit geehrt. Lotto-Geschäftsführerin Anja Bohms übergab einer strahlenden Siegerin den Award.

Ideen für die Zukunft

Natürlich durften Grußworte zur Verleihung nicht fehlen. Auch Schirmherrin Anja Bohms gratulierte auf diese Weise. Dabei fasste sie die Ereignisse auf dem Weg dorthin zusammen: „Als wir im Jahr 2019 zu den ersten konkreteren Gesprächen für diesen neuen Wettbewerb und Auszeichnungsgedanken zusammenkamen, haben wir uns nicht vorstellen können, dass wir im Startjahr von Corona tangiert, begleitet und ja, eingeschränkt werden.“

„Doch eine gute Idee bahnt sich ihren Weg“, so Bohms weiter. „Das können gerade die hier Anwesenden aus dem Ideen-Profiler sicher bestätigen.“

Auch im Jahr 2021 wird es neue Ideen und innovative Ansätze an der Universität Potsdam geben. Und der Better World Award UP powered by Lotto Brandenburg wird dann in seine zweite, spannende Runde gehen.

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Simona Vogel

Seit Juni 2020 betreue ich die Social Media Profile für Lotto Brandenburg. Zuvor habe ich im Content Marketing in London und Amsterdam gearbeitet. Für mich sind die vielfältigen Kommunikationswege und täglich neuen Aufgaben der Online-Welt besonders reizvoll, denn sie erfordern oft kreative Lösungen.

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