Corona hat vieles verändert. Großveranstaltungen wurden zum Problem. Sport auch. Wie in diesen Zeiten trotzdem ein Sport-Großevent wie das Finale der Judo Bundesliga vorbildlich und sicher organisiert werden kann, zeigte unser Partnerverein KSC ASAHI Spremberg. Wir waren dabei.

Während viele Sportvereine ihr Training einschränken oder ganz absagen müssen, trifft ein Ereignis wie die Covid19-Pandemie Kampf- und Vollkontaktsportler ganz besonders hart. Allen voran die Judoka. Kein Judo ohne direkten Körperkontakt. Der ist aber nicht mehr erlaubt.

Was tun? Für mehrere Monate nach dem ersten Lockdown im März 2020 mussten sich die Frauen und Männer der Brandenburger Judo-Vereine anderweitig behelfen als mit ihren Vereinskameraden zu trainieren. Wir fragten Bundesligist Martin Setz von unserem Partnerverein UJKC Potsdam, wie er sich mit kreativem Heimtraining über die Zeit rettete.

Martin Setz vom UJKC Potsdam über kreative Lösungsansätze für Trainingseinheiten zuhause und mit Abstand.

Das Herz will mehr

Doch Training im stillen Kämmerlein oder im Wald ist nicht alles. Der Wettkampf fehlte. Die Deutsche Judo Bundesliga sagte alle geplanten Begegnungen ab und hoffte auf Lockerungen zum Jahresende für ein einzelnes Großevent.

Judo Bundesliga Finale 2020 in der Niederlausitzhalle. Organisiert vom Lotto Brandenburg Partnerverein KSC Asahi Spremberg.
Die Niederlausitzhalle wurde zum Austragungsort für spannende Kämpfe der Judo Bundesliga – den einzigen des Jahres.

Auftritt: KSC ASAHI Spremberg. Der Lausitzer Judo-Verein wird von Lotto Brandenburg gefördert und lebt nach dem Motto „Wir kämpfen für die Region“. Nun konnte er dies erneut beweisen mit dem Zuschlag für die Ausrichtung des Bundesliga-Finales in der Niederlausitzhalle in Senftenberg. Eine große Aufgabe für den kleinen Verein, denn plötzlich lag der Fokus aller Judo-Bundesligisten auf dieser einen Veranstaltung.

Bangen bis zum letzten Tag

Ob die Veranstaltung jedoch überhaupt stattfinden konnte, hing lange in der Schwebe. Trainer Dirk Meyer vom KSC ASAHI schilderte einen wochen- und monatelangen Austausch mit den Behörden zur Absprache der Sicherheits- und Hygienekonzepte.

Verpflichtende Vorabregistrierung, minimale Kartenkontingente für Fans, Sitzreihen mit Abstand, Desinfektionsmittelspender an allen Eingängen, Maskenpflicht, abgetrennte Aufenthaltsbereiche für Teams, Medien und Besucher, Mattenreinigung nach jeder Begegnung… Die Liste der geplanten Maßnahmen war schier endlos.

Lotto Brandenburg Partnerverein KSC Asahi Spremberg organisierte das Judo Bundesliga Finale 2020 in der Niederlausitzhalle.
Grund zum Jubeln: Der KSC ASAHI Spremberg stemmte eine schwere Organisation mit sicheren Hygienekonzepten.

Aber sie funktionierte. Das Finale in Senftenberg wurde offiziell vom Land genehmigt. Doch damit fing die Arbeit erst an für unsere „Gurkentruppe“. Denn nach all der Planung mussten alle Maßnahmen auch umgesetzt und rigoros kontrolliert werden. Darüber hinaus wollten sich die Frauen- und Männerteams des KSC ASAHI auch noch auf der Matte beweisen. Es gab für alle viel zu tun.

Aushängeschild für die Region

Ein stolzer, aber nach dem ersten Tag bereits sichtlich erschöpfter Dirk Meyer war sich der Mammutaufgabe bewusst, die sein Verein an einem anstrengenden Oktoberwochenende im so seltsamen Jahr 2020 erfolgreich gestemmt hatte. Alles hatte hervorragend geklappt, das Männerteam schlug sich ordentlich, das Frauenteam brachte am Sonntag gar den Titel heim. Ein fantastisches Aushängeschild für die Region.

Dirk Meyer über den steigenden Bekanntheitsgrad von KSC ASAHI Spremberg durch die Organisation des Bundesliga Finales.

Doch trotz allem: „So eine Veranstaltung werden wir auf keinen Fall nochmal machen“, sagt Meyer. Denn der Aufwand und die Anstrengungen seien einfach zu groß gewesen, selbst mit allen verfügbaren Helfern. „Wir haben schon eine supertolle Mannschaft, aber das würden wir nicht nochmal hinkriegen“, war sich Meyer sicher.

Eigentlich hätte man sich aufgrund der mangelnden Trainingsvorbereitung und der Doppelbelastung für den Verein auch sportlich weniger einbringen können. Doch dann hätte etwas gefehlt, so Meyer: „Sportlich hätten wir wahrscheinlich wie einige andere Mannschaften auch sagen müssen, wir lassen das. Aber die Jungs waren heiß aufs Kämpfen.“ Zwar hat es am Ende bei den Herren nicht für eine Medaille gereicht, doch man war stolz auf die eigene Leistung.

Tropfen auf den heißen Stein

Für die teilnehmenden Sportler war das Bundesliga Finale in jedem Fall ein voller Erfolg, ob mit oder ohne Medaillengewinn. Es brachte frischen Wind ins Training und sorgte für beschwingte Gemüter. Endlich wieder Wettkampfluft zu schnuppern weckte aber auch das Verlangen nach mehr. Martin Setz, vom Drittplatzierten UJKC Potsdam, bringt seine Emotionen nach dem Finale auf den Punkt.

Endlich wieder Wettkämpfe. Das macht Lust auf mehr, so Martin Setz vom UJKC Potsdam.

Wann diese Lust auf mehr allerdings befriedigt werden kann, steht in den Sternen. Ein zweiter Lockdown nur wenige Wochen nach dem Finale machte viele positive Entwicklungen der Vereine mit strikten Hygienekonzepten und erfolgreichen Sicherheitsmaßnahmen wieder zunichte. Niemand weiß, wann und wie es weiter geht. Doch in der Zwischenzeit wird trotzdem weiter fleißig trainiert. Für alle Fälle. Der nächste Wettkampf kommt bestimmt.

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Simona Vogel

Seit Juni 2020 betreue ich die Social Media Profile für Lotto Brandenburg. Zuvor habe ich im Content Marketing in London und Amsterdam gearbeitet. Für mich sind die vielfältigen Kommunikationswege und täglich neuen Aufgaben der Online-Welt besonders reizvoll, denn sie erfordern oft kreative Lösungen.